Fünf sinnvolle Erweiterungen für Siri #102 – #106

Nachdem ich mich gestern zu Recht über die Absurdität aufgeregt habe, dass man über Siri selbst bei der Bildschirmsperre problemlos Nachrichten verschicken kann, muss ich heute noch ein wenig meiner Begeisterung für dieses Tool fröhnen.

Fünf spannende Erweiterungen für Siri:

  1. Übersetzung – offensichtlich, oder? “Übersetze mir den Satz ‘Wo gibt es hier lecker Paella?’ ins Spanische”
  2. News Update – “Sag mir was gerade auf der Welt los ist.” – ich finde hier sollten die 1LIVE Infos abgespielt werden.
  3. Einkaufsbegleiter – “Was muss ich noch einkaufen?” – “Du brauchst Gurken, Tomaten, Salz, Pfeffer, neue Panini-Sammelbildchen.” – drei Minuten später – “Okay, ich hab die Gurken und die Tomaten – was fehlt nochmal?” – “Salz, Pfeffer und natürlich die Sammelbildchen”
  4. Alkoholtest – “Darf ich noch Auto fahren?” – “Wiederhole folgenden Satz: ‘Fischers Fritz fischt frische Fische, Fischers Fritz fischt frische Fische.” – Anhand des Lall-Faktors gibt Siri eine unverbindliche Empfehlung
  5. “Wer wird Millionär – on the drive Edition” - Das Quiz für die Autofahrt. “Wer hat Hitler erschossen? A) Stauffenberg, B) Das Baby von den Simpsons, C) Niemand, Hitler lebt, D) Hitler hat sich selbst erschossen.” – “Haha.. witzig… das Simpsons-Baby..” – “Ich nehm’ den Telefonjoker”
:D

Daily Soap Spaß mit Siri und deinem neuen iPhone 4S #101

Schritt 1: Warte darauf, dass der ungeliebte Kollege sein iPhone 4S für einen Moment unbeobachtet liegen lässt.

Schritt 2: Flitz hin, schnapp es dir. Aktiviere Siri indem du länger auf den Home-Button klickst.

Schritt 3: Sag einfach “Sag meiner Frau, dass ich die Scheidung will. Mehr heute Abend.”

Schritt 4: Bestätige den Versand.

Schritt 5: Ziehe dich zurück und beobachte.

Das Vorlese-Handy //1000.Ideen #6

Wir haben in unserer kleinen Wohnung im Hamburger Stadtteil Winterhude keine Waschmaschine. Das liegt an der Größe der Küche. Das passt nicht so ganz. Das ist kein großes Problem. So ein Abwasch macht sich fast von selbst, es gibt weitaus nervigere Aufgaben im Leben.

Nun stehe ich oft minutenlang – das ist kein Witz, wirklich minutenlang – bevor ich mit dem Abwasch beginne mit meinem internetfähigen Mobiltelefon namens iPhone herum und scrolle durch die Radio-App auf der Suche nach einem – zu meiner Stimmung passenden – Inhalt. In vielen Fällen handelt es sich dabei um Musik. Dann fällt die Wahl schnell auf 1LIVE oder BBC Radio 1.

Sehr oft kommt es jedoch vor, dass ich gerne intelligentes Wort aufnehmen möchte. Dann stehen einem grundsätzlich ebenfalls tolle Radiosender zur Verfügung. Die unzähligen Info-Wellen der ARD, dazu DeutschlandRadio und die Wortprogramme der BBC. Nur selten passt das allerdings gefühlsgenau. Für eine elendig lange Suche im iTunes Store nach einem passenden Podcast ist auch keine Zeit, das Wasser wird schließlich irgendwann kalt.

Stattdessen finde ich tolle Artikel in Blogs, auf anderen Internetseiten, habe PDF-Dokumente oder sogar ganze Mails, die ich noch lesen müsste. Für sowas ist beim Abwaschen – oder auch Autofahren – doch wunderbar Zeit. Ich möchte also eine Internetseite von oben bis unten einfach automatisch vorgelesen bekommen – ohne ständig die Bedienhilfen im iPhone zu aktivieren und dann umständlich hin und her navigieren.

Die Idee ist: Safari öffnen. Google nach “Griechenland Anlage-Tipps” durchsuchen. Link anklicken. Vorlese-Taste drücken und während des siebenminütigen Abwaschs lauschen, ob die 1,9 Jahre andauernden Griechenland-Anleihen mit einem Zinssatz von über 25 Prozent nicht ein schickes Investment sind. Das will ich dann nicht nur beim Abwasch nutzen – das muss ich hoffentlich nicht mein Leben lang machen – beim Autofahren wäre mir das noch viel lieber. Danke schonmal, Apple.

Der iPhone-Dynamo //1000.Ideen #4

Radfahren ist gesund, macht Spaß und ich kann kurz am Wegesrand anhalten, um die schöne Aussicht zu genießen. Ja, das ist außerdem ziemlich gesund.

Es gibt nur ein Problem. Fahrradkarten. Das ist doch scheisse. Wer benutzt heutzutage überhaupt noch ausgedruckte Karten? Die sind nicht aktuell, lassen sich schlecht falten und haben keinen McDonalds in der Nähe eingezeichnet. Im Auto fahren wir schließlich auch mit einem digitalen Navi, das wir an den Zigarettenzünder klemmen, damit ds Navi während der Fahrt mit Strom versorgt wird.

Am Fahrrad gibt es keinen Zigarettenanzünder. Warum eigentlich nicht?

Einzig das Licht braucht Energie und das kommt aus einem Dynamo – bei neueren Rädern heißt das jetzt Nabendynamo. Aber wieso kann ich an diese Teile eigentlich nur eine Lampe anschließen?

Wer baut mir also einen Nabendynamo mit USB-Adapter? Dann kann ich mein iPhone anschließen, hätte immer Strom, aktuelles Kartenmaterial von OpenstreetMaps, könnte rausfinden wo der nächste Gasthof liegt, damit ich nicht ins Gebüsch zum Pinkeln muss. Und wenn ich mal einen schweren Unfall hätte, könnte ich sogar ein GPS-Signal absetzen um punktgenau gerettet zu werden. Fantastisch.

iOS4: Zeichenanzahl bei SMS

Endlich! Bisher war man immer der Telefonrechnung ausgeliefert. Wie viele SMS hatte ich diesen Monat wohl verschickt. Dem iPhone war es egal, wie lang eine SMS war. Der Handyrechnung allerdings nicht. Beim 161. Zeichen zahlte man eine weitere SMS.

In den Einstellungen kann man nun endlich die Einblendung der Zeichenzahl aktivieren. Top!

Wichtig: beim Schreiben einer SMS wird die Zeichenzahl erst ab der zweiten Zeile eingeblendet – vorher nicht.

iOS 4: Das Fake-Multitasking

Es bleibt festzuhalten: Apple war auch mit Copy&Paste nicht die ersten auf einem Smartphone. Sie haben es aber optimal umgesetzt.

Apple war auch nicht weit vorne wenn es um Multitasking ging. Noch mal zum Verständnis: das iPhone kann Multitasking. Schon immer. Schließlich konnte der iPod immer im Hintergrund laufen und Musik spielen während man im Internet surfte.

Jetzt können auch andere Programme sehr eingeschränkte Aufgaben im Hintergrund ausführen. Zum Beispiel können Radio-Applikationen endlich im Hintergrund laufen. Wer jetzt aber denkt mit iOS4 geht das von Haus aus mit allen Radioapplikationen, wird schnell an seine Grenzen stoßen.

Die Entwickler der jeweiligen Software müssen das erst einrichten. Eine Radio-App kann es schon: TuneIn Radio (1,59 Euro). Das Update steht im App-Store bereit.

So sieht das dann aus:

Über ein Doppelklick auf den Home-Button schießt die Multitasking-Leiste hoch. Wenn man die Leiste nach rechts wegwischt, kommen die Player-Buttons der Radio-App.

Schnellstens sollten andere Radio-Applikationen die Möglichkeit nutzen. Denn jetzt kann der Radiosender immer im Hintergrund laufen – nebenbei können Mails oder SMS geschrieben oder im Netz gesurft werden. Das ist echt gut.

Ansonsten beschränken sich die Funktionen des echten Multitaskings sehr stark. Apple hat in iOS4 eine Art Fake-Multitasking integriert. Dabei werden die Programme beim Schließen jedoch nur eingefroren und beim erneuten Start an der eingefrorenen Stelle fortgesetzt.

Das Problem dabei: Auch das müssen die Anwendungen erst integrieren. Wie das am Ende aussehen wird, kann jetzt schon beobachtet werden, wenn ihr zum Beispiel zwischen MAIL und SAFARI wechselt über den Doppelklick auf den Homebutton. Das geht alle sehr flüssig und sieht schick aus.

In Zukunft wird es also möglich sein, dass Skype auch im nicht-aktiven Modus Gespräche annehmen kann. Aber: Skype hat gestern noch mal verdeutlicht, dass sie uns die neue Skype-Version erst geben, wenn sie zufrieden damit sind.

Übrigens gibt es hier eine Möglichkeit aus dem ungeliebten Telekom-Vertrag zu kommen: Skype via UMTS ist untersagt, die Gerüchte gehen in zwei Richtung: a) Telekom droht mit Vertragsbruch bei Zuwiderhandlung b) Telekom prüft eine Freigabe für Skype via UMTS. Wir dürfen gespannt sein.

Was sind eure Erfahrungen mit dem neuen iOS4?

iOS4: GMAIL/GoogleMail Probleme mit Exchange/Push/Google Apps (UPDATE)

Nach dem Update auf iOS4 – dem neuen Betriebssystem für iPhone und iPod Touch – gibt es grandios massive Probleme mit GMAIL via Push – also auf Exchange-Basis.

Die Foren – sowohl die von Google, als auch die von Apple – quellen seit gestern über.

Es werden abwechselnd keine Kontakte, keine Mails oder keine Kalendereinträge mehr synchronisiert – via Google Sync. Google hat das Problem auf dem Schirm – aber noch nicht gelöst.

Es gibt zwei Workarounds, die das Problem nicht lösen aber eindämmen.

Damit man an alle Daten erstmal wieder rankommt, lohnt sich ein Umstieg auf GoogleMail/GMAIL via IMAP. Das geht im iPhone/iPod Touch zum Glück sehr einfach einzurichten. Einfach den alten Google Account still legen und einen neuen anlegen – diesmal nicht über Microsoft Exchange, sondern über “Einstellungen” -> “Mail, Kalender…” -> “Google Mail”. Benutzerdaten reinkloppen, fertig.

So könnt ihr erstmal auf alles wieder zugreifen. Nur der PUSH-Service – also das direkte Durchdrücken neuer Mails – funktioniert nicht. Ihr müsst eure Mails per Hand abrufen.

Wenn das Problem behoben ist, aktiviert ihr einfach wieder euren GoogleMail-Exchange-Zugang und alles sollte funktionieren.

Ein kleines Workaround gibt es scheinbar mit Google-Mail von Google-Apps via Exchange: einfach in den Einstellungen das Domain-Feld ausfüllen – mit der eigenen Domain über die Google-Apps läuft (bisher sollte man das Feld immer frei lassen) und beim Benutzernamen nur der Benutzernamen ohne angehängte E-Mail-Adresse angeben. So kamen immerhin schon mal nach einigen Anläufen einige Mails durch.

Wer weitere Vorschläge hat, gerne in die Kommentare. Gibt es Neuigkeiten, poste ich sie schnellstmöglich hier.

Update (22.38 Uhr):

Es scheint so langsam wieder alles zu laufen. Die Mails syncen wieder. Es scheint so als wären die Google-Server wirklich durch den extremen Ansturm (alle Mails mussten neu geladen werden) überfordert gewesen. Außerdem scheint der Push-Abgleich nur päckchenweise zu laufen. Es kommt ein Stoß neuer Mails an, dann wieder lange nichts. Wenn einmal das ganze Archiv wieder rüber ist, pusht es die neusten Mails durch. Nur das kann eben dauern.

Deshalb meine Empfehlung: Parallel Mails via IMAP wie oben beschrieben abrufen und wenn ihr merkt, dass der Exchange-Push-Abgleich läuft, diesen Account wieder deaktivieren.

Ein Problem bleibt bei mir bisher: die Notizen zwischen Google Mail und der Notizen-App vom iPhone werden nicht gesynct. Bisher habe ich da noch keine Lösung für.

Das iPhone als presserechtsfreier Raum?

Schon wieder so eine irreführende Diskussion, die von scheinbarem Unwissen geprägt ist. Es ist eine ganz andere Geschichte wenn Apple plötzlich unzählige iPhone Apps löscht und damit einigen Programmierern die Lebensgrundlage entzieht. Außerdem ist das undurchsichtige Zulassungssystem für neue Applikationen ein unkalkulierbares Investitionsrisiko.

Nur vielleicht sollte man sich noch einmal auf die Geschichte der iPhone Apps, von denen vor zwei Jahren noch kaum jemand geredet hat und erst Recht niemand ahnen konnte, dass deren Existenz auch tausende Arbeitsplätze töten könnte.

Als Apple das erste iPhone vorstellte, war Steve Jobs der Überzeugung, dass es Apple vorbehalten sein sollte überhaupt Apps herzustellen. Entwickler sollten doch bitte auf sogenannte Web-Apps setzen, also ihre eh schon bestehenden Webseiten an das iPhone anpassen und alle Anwendungen darüber laufen lassen.

Hintergrund: Apple wollte verhindern, dass Programme die Funktionsfähigkeit des Gerätes einschränken und das “Gefühl” bei der Bedienung kaputt machen.

Nach kurzer Zeit entschied man sich aber dazu die Welt an den neuen Verdienstmöglichkeiten mit “Apps” teilhaben zu lassen. Apple sah einen kommenden Goldrush für Entwickler und sich selbst. Und Verlage sahen plötzlich Licht am Horizont.

Nun hat Apple spontan unzählige Applikationen gelöscht, die ihrer Meinung nach zu offensiv mit nackter Haut umgingen. Die Regeln sind irritierend, nicht nachvollziehbar und werden scheinbar willenlos angewendet.

Leidtragender war auch das Magazin “Stern“. Wegen einer Slideshow mit nackten Brüsten flog die Applikation aus dem App-Store.

Der Aufschrei erinnert ein wenig an den Aufschrei gegen eine geplante Applikation der Tagesschau. Auch in ihrer Arroganz:

“morgen sind es wichtige gesellschaftliche und politische Themen, die den Verantwortlichen von Apple missfallen. Das ist Zensur und davor müssen wir uns schützen”. (Wolfgang Fürstner, Geschäftsführer des Zeitschriftenverbandes VDZ gegenüber Spiegel Online.)

“Es ist eine Art pressrechtsfreier Raum, der da entsteht.” (Axel Postinett, Redakteur Abendblatt gegenüber dem NDR-Magazin Zapp)

Nein. Es ist keine Zensur und es entsteht auch kein pressrechtsfreier Raum. Warum? Weil alle Slideshows mit Halbnackten, gänzlich Nackten und Bikinidamen, die die Klickstrecken der großen Onlineportale füllen, weiterhin auf dem iPhone verfügbar sind. Sogar, oh Schreck, Hardcorepornos sind auf dem iPhone abrufbar.

Wie?

Über das Internet. Wer den Safari-Browser öffnet, kann ganz normal www.bild.de eingeben. Oder auch stern.de oder youporn.com. Nur eben ohne App-Store und ohne eigenes Vergütungsmodell. Das haben die Verlage für ihre eigene Webportale schließlich immer noch nicht gefunden.

Smartphones im Stromsparmodus

Frage zum Energieverbrauch des iPhones. Gibt es irgendwelche Tricks, damit der Akku länger hält?

Es ist tatsächlich möglich gut zwei bis drei Tage das Gerät am Laufen zu halten – bei normaler Nutzung. Ein paar Grundregeln sollte allgemein jeder beachten, wenn es um das Thema Akku geht:

  1. Vor dem Aufladen so weit wie möglich leer saugen
  2. Vollständig aufladen und nicht bei der Hälfte den Strom kappen

Ansonsten kommt das iPhone von Haus mit vielen aktivierten Funktionen, die man jedoch selten braucht.

Hier fünf schnelle Tipps zum Strom-Sparen:

  1. GPS-Modus permanent ausschalten und nur bei Ortung aktivieren.
  2. UMTS/3G-Netz nur bei Bedarf aktivieren. Für das Abrufen von Mails und dem kurzen Blick auf spiegel.de oder Facebook reicht Edge-Geschwindigkeit allemal. 3G ist nur bei Downloads oder der Kartenanwendung brauchbar. Wer natürlich per Skype telefonieren möchte, braucht ebenfalls das 3G-Netz. Für den Alltag ist Edge jedoch ausreichend und spart deutlich Strom im Vergleich zum 3G-Modus.
  3. Display-Helligkeit herunterdrehen. Für die meiste Zeit des Tages und in Gebäuden reicht es sogar die Helligkeit ganz runterzuregeln. Nur bei direkter Sonneneinstrahlung sollte man bis zu 50 % aufhellen. Heller hab ich es in den vergangenen 1,5 Jahren nicht benötigt.
  4. Flugmodus sobald es ins Bett geht. Das hilft nicht nur gegen zu viel Handystrahlung im Schlafzimmer. Das spart auch Strom. Bei Bedarf lässt sich der WLAN-Modus zuschalten. So können sogar noch ein paar Mails gelesen werden.
  5. Mails, Kontakte und Kalender via Push synchronisieren und nicht in regelmäßigen Intervallen. Das ständige Onlinegehen schwächt den Akku extrem. Wer auf Push umsteigt (u.a. von Google unterstützt) spart Strom und bekommt Änderungen direkt angezeigt.

Leider ist es nicht so einfach einzelne Module schnell zu aktivieren. Man muss immer den Umweg über die Einstellungen nehmen. Aber es lohnt sich.

Mehr Tipps gerne über die Kommentare.

Hat Springer seine Chance verspielt?

Sie waren die ersten, sie waren aggressiv und sie haben es vielleicht vermasselt. Mit einer Abo-App wollte der Axel Springer Verlag seine Marken BILD, BILD.de, WELT und WELT KOMPAKT noch stärker an die Nicht-Zeitungskäufer binden. Doch bei der Umsetzung kam es zu katastrophalen Fehlern.

Auch ich hatte nach der Ankündigung ein positives Gefühl. Viele Ideen, die Springer in seine BILD- und WELT-App steckte, klangen innovativ und qualitativ hochwertig. Der angebotene Push-Dienst hatte mich auf dem Papier überzeugt, die BILD vom nächsten Tag schon gegen 22.00 Uhr zu lesen ist für viele auch spannend. Die integrierte 1414-Einbindung ist für Springer nicht unwichtig, dazu iBILD View zum Durchscannen der aktuellen Schlagzeilen im BILD-Style, das klang in Ansätzen nach einer guten Umsetzung der Springer-Marken für die angepeilte Zielgruppe und das betreffende Endgerät.

Die Preise sind in Ordnung (79 Cent für die BILD-App im ersten Monat; 1.59 Euro für die WELT-App) , selbst das Abo-Modell ist auf den ersten Blick überschau- und bezahlbar (BILD-App: 1,59 Euro pro Monat ohne BILD als PDF, 3,99 Euro für BILD mit PDF, WELT-App: 2,99 Euro ohne WELT-Kompakt, 4,99 Euro mit WELT-Kompakt – pro Monat).

Beide Apps schossen in den ersten Stunden durch die gute Marketingkampagne in den eigenen  Blättern schnell in den App-Store-Charts nach oben (BILD Platz 1, WELT in den Top 5).

Und doch störten mich nach ein paar Minuten die ersten kleineren Sachen. Vor allem die lange Ladezeit ist unverständlich und nervig. Von BILD.de bin ich es auf dem iPhone gewohnt in wenigen Sekunden den schnellen Überblick zu bekommen. Das ist mit der App nicht möglich. Nach dem Start dauert es auf dem iPhone 3G selbst im WLAN noch einige Zeit.

Das PDF der kommenden BILD-Zeitung beschränkt sich auf den deutschlandweiten Mantel. Vor allem die Regionalteile sind jedoch ein Grund die BILD-Zeitung doch noch in der Redaktion durchzublättern. Den gedruckten Mantel-Teil hatte ich längst online gelesen. BILD hält die exklusiven Sachen nicht nur dem Heft vor. Auch hier stören die immensen Ladezeiten, das iPhone wird extrem schwerfällig. Auch das lesen der großen Heftseiten macht nicht viel Spaß, das Blättern dauert einige Sekunden – da hat man schneller eine komplette BILD-Zeitung durchgelesen eh in der App die neue Seite geladen hat.

Bleibt der PUSH-Dienst, den ich für eine geniale Idee halte. In den Einstellungen lege ich fest, welche Informationen direkt auf mein iPhone durchgeschickt werden sollen. Ich werde also informiert, wenn beim Spiel meines Lieblingsvereins ein Tor fällt. HSV, Bayern, Hoffenheim und St. Pauli – diese Mannschaften habe ich für das erste Wochenende abonniert. Außerdem die Breaking News von BILD-Online.

Der Service versagt leider auf ganzer Linie. Seit vergangener Woche ist gerade eine Eilmeldung auf mein Handy durchgedrungen, es war der Spendenstand von “Herz für Kinder”. In der selben Zeit hat https://twitter.com/cnnbrk (@CNNBRK, der Twitter-Account von CNN) über zehn Mal zugeschlagen. Auch die Fußballergebnisse schickt BILD nur sporadisch durch. Vom 2:2 beim Spiel St. Pauli gegen Fürth ist nur das 1:0 bei mir angekommen. Von den vier Toren des HSV kein einziges. So vergrault man Nutzer und verliert Vertrauen.

Und so sind auch die Kommentare mittlerweile vor allem sehr, sehr negativ. Nur noch drei Sterne für die WELT-App und gerade mal 2,5 Sterne für die BILD-App (Stand: Sonntag, 16.00 Uhr). Damit kann niemand bei Springer zufrieden sein. Denn wer sich jetzt Kompetenzen der Marke im mobilen Web verspielt, wird es schwer haben, diese in den nächsten Jahren zurückzuholen.

Die Probleme mögen zum Teil dem iPhone geschuldet sein, doch sollte Springer wissen, dass dieses Image auf die App zurückfällt. Auf dem kommenden iPhone, das vermutlich im Sommer erscheinen wird, läuft die App sicherlich flüssiger. Die Frage ist, ob sie bis dahin noch auf den Handys ist. Denn 79 Cent sind schnell ausgegeben und tun beim Wegwerfen nicht weh. Das kostenlose BILD.de im Browser des iPhones ist komfortabler und bietet die gleichen Inhalte. Zumindest habe ich da nicht das Gefühl etwas zu verpassen.