Google-Partnerschaft durch die Hintertür: Der Lala-Trick von Apple

Es wird viel über die Lala-Apple-Übernahme spekuliert. Vor allem über die Gründe. Die Analysten  plustern ihre Backen auf und behaupten, der Deal würde alles ändern. Vielleicht wird er das. Vielleicht war Apple aber einfach nur schlau und ist durch die Hintertür eine wichtige Partnerschaft mit Google auf dem Musik-Sektor eingegangen.

Lala ist eine Musik-Streamingplattform, die von überall erreichbar ist. Im Gegensatz zu iTunes braucht der Nutzer also nicht am heimischen Rechner zu sitzen, sondern kann von überall seine Musik abspielen. Der Dienst ist simpel, schnell und übersichtlich. Aus Deutschland ist der Dienst noch nicht zu erreichen.

Apple ist immer noch die unangefochtene Nummer 1 im Bereich der weltweiten Musikverkäufe im Online-Bereich. Vor allem Musik-Flatrate-Dienste wurden als große Konkurrenten gehandelt. Aber nach über sechs Jahren Napster-Flatrate sollte jedem klar sein, dass das kein Zukunftsmodell ist. Musikfans wollen Musik besitzen, das ist eine Grundhaltung bei so einem emotionalem Kunstwerk wie einem Musikstück oder einem Album.

Jedoch bieten immer mehr Streaming-Plattformen – allen voran YouTube und in einigen Ländern Spotify und MySpace Music – vor allem für finanziell schwächere Zielgruppen einfache Möglichkeiten die Lieblingsmusik in Dauerschleife zu hören. Und an den Zugriff über das Internet auf die Lieblingsmusik werden derzeit vor allem junge Mädchen und Jungs unter 17 über YouTube und MyVideo gewöhnt. Sie an einen orts- und gerätegebunden Dienst wie iTunes umzugewöhnen, wird schwer und eher unwahrscheinlich. Deshalb macht der Ausbau von iTunes zur Webplattform mit Hilfe des Lala-Teams nur Sinn, das hätte Apple vermutlich jedoch auch alleine und auch günstiger geschafft.

Ein Punkt, der mir bisher in den Überlegungen zur kurz kam, ist die Einbindung in Googles Music Service. Das ist mit Lala längst passiert – und wie dieses Video zeigt, ist LALA der Top-Spot.

Apple hat sich hier durch eine Hintertür eine mächtige, strategische Partnerschaft auf dem Musiksektor mit Google gesichert. Das macht mehr als Sinn und ist für die Zukunft immens wichtig. Mit dem Google-Betriebssystem Chrome OS, dem Handy-Betriebssystem Android und YouTube als Videoplattform ist Google für Apple immens wichtig um im Musiksektor auch zukünftig eine Rolle zu spielen. Denn Android wird kein eigenes iTunes bekommen und Chrome OS lässt keine Installation von iTunes zu. Über die Plattform Lala ist die Gefahr eine klaffende Lücke zu hinterlassen, gebannt.

Apple war hier schlauer als auf den ersten Blick erkennbar.