Es ist Zeit iCloud etwas größer zu denken.
Apple hat bisher im großen Bereich “Social” scheinbar wenig geleistet. Es fällt einem vor allem das Social Music Network PING ein – ein Dienst innerhalb von iTunes, der zumindest in meinem Onlineleben keine Relevanz hat.
Aber Apple hat mit iCloud und iOS die Chance einen massiven Facebook-Konkurrenten aufzubauen. Schon jetzt bietet das Apple Universum mit Ping und Game Center kleine Mini-Social-Networks, die sich bisher auf wenige Funktionen beschränken.
Aber mal Schritt für Schritt.
1. Messaging: mit iMessage und Facetime gehören jetzt schon zwei komplexe und mächtige Kommunikationstools zum Apple Universum. Diese gehören in die iCloud integriert. Ich möchte auch von meinem Büro-Rechner kurz auf meine iMessages und Facetime-Funktionen zugreifen. Sollte im Sommer 2012 MobileMe gänzlich in iCloud aufgehen, gibt es auch wieder eine E-Mail-Adresse und ein E-Mail Postfach für Apple-Jünger.
2. Sharing: Apple sollte – kurz und gut – Twitter komplett aufkaufen und als Social OS in iOS integrieren.
3. Freunde: das Apple Adressbuch ist jetzt schon plattformübergreifend zugänglich. Es wäre die Basis der Verbindungen. In diesem Adressbuch lassen sich Nutzer in Gruppen/Kreise einteilen.
4. Events: Auch der Apple Kalender wird schon jetzt plattformübegreifend synchronisiert. Spannend wäre es, ließen sich Events teilen und öffentlich zugänglich machen.
5. Videos und Fotos: mit dem Fotostream ist ein erster Schritt gemacht. Er sollte weiter ausgebaut und um Videos erweitert werden. Über die Kontakte könnten dann einzelne Videos, Alben oder Fotos einzelnen Personen oder ganzen Gruppen bereitgestellt werden.
6. Social Stream: Mit Ping gibt es einen Anfang, der sich bis heute auf Musik beschränkt. TV-Serien, Filme, Bücher – alles, was es im iTunes Store gibt, ließe sich teilen, bewerten, kommentieren, empfehlen oder würde einen Eintrag in meinem Social Stream hinterlassen (“Robert Kindermann schaut gerade Ice Age 3″). Über Twitter als Social OS würden auch externe Inhalte den Weg in meinen Social Stream finden.
7. Games: mit dem App Store in Verbindung mit iClouds Dokumente & Daten Speicher wäre es problemlos möglich Spiele plattformübergreifend anzubieten und weiterzuspielen. Game Center ist jetzt schon ein Mini-Social-Network, das sehr beschränkt ist. Ein Ausbau erscheint nur logisch.
8. Fan/Produkt-Pages: hier arbeitet Apple mit iAds an einer neuen Interpretation von Web-Marketing und Interaktion mit einem Produkt. Durch den Zusammenfluss an Informationen über einzelne Nutzer weiß Apple welche Marken und Produkte präsentiert werden können. Hier können ganz neue Ansätze entstehen. Zusammen mit den Twitter-Profilen von Brands wäre eine Versorgung der Firmen und Marken gegeben.
9. TV: in der Kombination mit Apple TV würde auch der Fernseher Ausspielfläche für das Social Network. Die Interaktionsmöglichkeiten wären immens. Facebook löst es in eine andere Richtung und lässt einzelne Teile von Facebook in TV Apps einbinden. Apple könnte wieder den genau entgegen gesetzten Weg gehen und einzelne TV-Inhalte in sein Social OS und iOS einbinden.
10. Killer-Feature: iWorld – die Tür zum ersten, echten Personal- & Business-Social-Netzwerk. Facebook wird derzeit nur im privaten Bereich genutzt. Google+ und Google Apps arbeiten nur spärlich zusammen. Sollte iWork in den nächsten Monaten in iCloud aufgehen, wären alle relevanten Office Anwendungen in der Cloud verfügbar. Unzählige Apps auf Tablet und iPhone sind jetzt schon business-intern driven - das heißt sie werden innerhalb einer Firma genutzt. Die Möglichkeiten scheinen unbegrenzt.
iWorld wäre der nächste, logische Schritt für iCloud.

