Wikileaks: Eine Frage zur Diskussion

“Wikileaks has probably produced more scoops in its short life than The Washington Post has in the past 30 years.” (The National)

Bisher habe ich das noch nicht probiert, aber es ist ein Versuch wert. Eine Frage beschäftigt mich rund um Wikileaks. Es ist unverkennbar, dass die Seite über die letzten Jahre an Bekanntheit hinzugewonnen hat. Mit den ersten Veröffentlichungen hat man sich außerdem das Vertrauen erkämpft, die Anonymität der Quellen scheinbar tatsächlich zu schützen.

Das alles kann aber keine Begründung sein, warum solche brisanten Dokumente eher einer solchen Plattform zugetragen werden als den klassischen Medien, die sich seit Jahrhunderten in der Enthüllung von vertraulichen Informationen üben.

Also: wieso haben es die klassischen Medien nicht geschafft, über die letzten 400 Jahre genügend Vertrauen aufzubauen, damit die Menschen, die vertrauliche Informationen teilen wollen, direkt zu ihnen gehen sondern sich einer sehr neuen, relativ unbekannten und – vor allem – grundsätzlich unberechenbaren Internetseite mit unbekanntem Auftrag und keinerlei offensichtlichen Verpflichtung, außer gegenüber sich selbst, zuwenden?

Das ist ein sehr spannendes Phänomen. Ich würde mich über eine Diskussion, frei von Polemik, freuen.

iOS 4.2 – iPad: Locken des Displays / Kippen des Inhalts verhindern

Wer als eBook Reader bisher den Inhalt des iPads gerne feststellte (lockte), damit der Inhalt nicht beim Lesen im Liegen mitkippt, wird beim Aufspielen des Updates auf iOS 4.2 irritiert sein. Der Lok-Schalter ist plötzlich – wie beim iPhone – die Stumm-Taste.

Trotzdem kann der Nutzer ganz einfach den Bildschirminhalt vom Hin- und Herkippen abhalten.

1. Doppeltap auf die Home-Taste

2. Das Dock nach rechts Swipen

3. Die Taste ganz links ist fürs Feststellen des Bildschirminhalts zuständig

Das 1×1 der Apple-Berichterstattung

Liebe Kollegen,

es gibt da eine gewisse Uneinigkeit und eine daraus resultierende Unsicherheit in der Frage “wann ist eine Apple-Meldung eine Meldung für mein Medium?”.

Der Finger wird in letzter Zeit bei den klassischen Medienmarken (waren mal Print oder sowas) schnell gezückt, tauchen neue Apple-”Meldungen” auf. So ist zu lesen, dass Apple im kommenden iPhone eine eigene SIM-Karte platzieren will, selbiges Projekt aber schon wieder aufgegeben hat, weil sich achsoviele Mobilfunkprovider gar nicht begeistert zeigten; dass das neue iPad auch schon im Februar 2011 kommen wird; dass es demnächst eine iZeitung von Steve Jobs und Rupert Murdoch geben wird und, dass es eine neue Version des Apple-Mobile-Betriebssystem iOS gibt.

Nun. Eine Meldung davon ist eine Meldung. Der Rest ist wilde Spekulation, Gossip, Pop, Tratsch und Klatsch.

Hier die wichtigsten sechs Punkte für die Berichterstatter aus den Multimedia-Ressorts.

1. Beschränken Sie sich auf Fakten.

2. Beschränken Sie sich auf Fakten.

3. Beschränken Sie sich auf Fakten.

Daraus resultieren die Tipps vier bis sechs:

4. Verzichten Sie auf Gerüchte.

5. Verzichten Sie auf Gerüchte.

6. Verzichten Sie auf Gerüchte.

Ich habe mich selbst drei Jahre für den NDR daran gehalten. Apple macht es einem auch überhaupt nicht schwer.

Zum Vergleich – apple.com bei einem Fakt (Die Beatles kommen in den iTunes Store, 16. November 2010):

Beatles im iTunes Store

Beatles im iTunes Store

Apple.com am Tag eines neuen Gerüchts:

…also hier ist dann eben eine ganz normale Apple-Seite zu sehen, die keine Neuigkeiten verkündet.

Sie haben davon sehr viele Vorteile, liebe Kollegen:

1. Sie bleiben bei der Wahrheit.

2. Sie hypen immer nur die aktuelle Neuigkeit und können selbige – basierend auf Fakten – auch gleich zerreissen.

3. Sie müssen sich nicht mehr über den Hype von viel zu vielen Meldungen rund um Apple aufregen.

4. Sie müssen keine Gerüchte mehr dementieren, von denen es nie eine Bestätigung gab, was Sie immer wieder in einem saublöden Licht erscheinen lässt.

5. Sie haben Zeit sich um andere belegbare Tech-Geschichten zu kümmern.

Wissen Sie, wem Sie nämlich auf dem Leim gegangen sein könnten? Apple selbst. Woher wir das schon längst alle wissen? Naja, die meisten von Ihnen haben darüber berichtet.

Falls Sie nun nicht wissen, welche der obigen Meldungen eine Meldung wert ist: Die neue Version vom iOS gibt es tatsächlich – seit 19 Uhr deutscher Zeit (22. November 2010).

Mit besten Grüßen

Robert Kindermann

PS: Mit diesem kleinen, sauber in Schriftgröße 12 abgehandelten, Leitfaden sollen in keiner Sekunde die unzählige Apple-Gerüchteblogs und -Meinungsseiten angesprochen werden. Die machen ihren Job (gut bis ganz okay).

Fernsehsender bizarr

Als ich noch eine kleine Rubrik bei N-JOY bearbeiten durfte, die sich mit multimedialen Themen beschäftigt, wieß ich in den Jahresvorschauen für 2010 darauf hin, dass – neben der mobilen Entwicklung – der größte Trend das Internet auf dem normalen Fernsehgerät sein wird. Es war eine absehbare Evolution.

Ein großes Fragezeichen steht auf meiner Stirn, wenn ich lesen muss, dass sämtliche großen Fernsehsender den Zugriff auf Google TV blockieren.

Ich möchte diesbezüglich noch einmal auf einen kleinen Block aus einem älteren Artikel hinweisen, der diese obskure Doppelmoral beschreibt:

Und es ist besonders irritierend, dass in der “Elefantenrunde” zum Auftakt der Medientage noch einmal innerhalb der kurzen Qualitätsdebatte (schlimmes, schlimmes RTL) darauf hingewiesen wird, dass das was mit dem Internet auf den Fernseher kommt, noch alles viel schlimmer und widerwärtiger wäre als alles was wir bisher sehen. Als gäbe es das Internet bisher nur in dunklen Hinterräumen von irgendwelchen Kneipen und dort sei immer noch nicht geregelt, was gezeigt werden darf und was nicht.

Es irritiert mich einfach, dass es für die TV-Sender ganz normal zu sein scheint auf kleineren, viel schlaureren Geräten wie einem Notebook oder den Tablets “im” Internet empfangbar zu sein – aber andersherum das Internet auf den klassischen Geräten der Untergang des Abendlandes darstellen soll.

Das entbehrt so sehr jeder Logik, dass es einem Angst machen muss.

Google CEO Eric Schmidt hat versucht seine Sicht der Dinge darzustellen:

Begeben Sie sich direkt ins Gefängnis und ziehen Sie 1000 Euro ein.

“We are family”, werktags 15.00 Uhr im Qualitätsprivatfernsehen ProSieben – produziert von GoodChoice TV.

Diese Show tut Gutes!

In den eBay Kleinanzeigen wirbt die Produktionsfirma mit einer Aufstockung für die Haushaltskasse. 1000 Euro warten da.

Die gesuchten Probleme kennt jeder. Es handelt sich ausschließlich um Privates, das unbedingt im Fernsehen geklärt werden sollte:

  • Ihr Kind oder Partner muss ins Gefängnis?
  • Diagnose “Krebs”… was nun?

Aber eigentlich ist alles gar nicht so schlimm, denn: “Generell versuchen wir im Rahmen der Sendung gemeinsam mit Experten eine professionelle Lösung zu finden.”

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Woran merkt man, dass die Bahn mal eine Behörde war?

Auf meinem Online-Ticket gibt es eine Zertifakt-Buchstaben-/Nummernkombination, eine Transaktionsnummer, eine VU-Nummer, eine Gen-Nummer, eine Auftragsnummer und den Barcode. Sämtliche Nummern sind gänzlich unterschiedlich und ich gehe jede Wette ein, dass mein Ticket nicht funktioniert, würde eine dieser Nummer fehlen.

Gute Reise.

Get rid of Flash, please.

Webdesigner und Macher von Onlineangeboten sollten sich der Realität stellen: Flash muss auf Internetseiten ersetzt werden. 

Ich bin kein Fan von blindem Gehorsam gegenüber Apple und Steve Jobs. Im Gegenteil: ich denke extrem nutzerbezogen. Empfehle deshalb auf Chrome OS Laptops zu warten, wenn mich jemand nach einem Netbook fragt; empfehle Android-Handys zu probieren, wenn es nicht für ein iPhone reicht; rate von iPads ab, wenn man nicht viel unterwegs ist. 

Aber gerade weil ich nutzerbezogen denke, muss ich Jobs recht geben, wenn es um Flash geht. Nicht nur, dass millionen internetfähige Geräte kein Flash unterstützen, selbst bei den unterstützten Geräten zeigt sich der massive Batterie-Hunger von Flash. 

Jobs hat auch Recht, wenn es um die Anfälligkeit von Flash geht. Seitdem ich Chrome benutze, ploppen mir immer wieder abgestürzte Flash-Boxen entgegen. Früher ist in solchen Momenten immer der komplette Browser abgestürzt, jetzt hängt nur das Plugin. Immerhin.    

Zwei Beispiele:
Der Sportliveticker vom Spiegel Online ist flashbasiert. Keine Chance, ich muss mit dem iPad auf Bild.de ausweichen.
Bei einem Kreditanbieter ist der Kreditrechner in Flash – viele Kunden werden zukünftig über mobile Werbebanner online kommen. Nicht nur, dass dann eine mobile App. oder Webapp sinnvoll wäre, mit Flash auf der Seite ist der Kunde so gut wie verloren.

iPhone, iPod Touch und iPad Nutzer sind schon jetzt von diesen Seiten ausgeschlossen. Da hilft es auch nicht arrogant gegenüber Apple zu sein und auf Flash zu bestehen. Am Ende schadet man sich selbst, wenn der Kunde keinen Zugang zum Produkt bekommt.    

Apple killt BluRay (MacBook Air)

Schon als Apple vor zwei Jahren die erste Version des MacBook Air vorgestellt hat, war klar welche (logische) Vision Steve Jobs vorschwebt. Der eigentliche Anfang dieser Geschichte liegt im Jahr 1998: Apple stellte den iMac vor. Das “i” stand seinerzeit für “Internet” – dieser Rechner war darauf ausgelegt mit dem Internet zu kommunizieren.

Jobs und die Leute um ihn herum erkannten sehr schnell, dass das Internet die Art wie wir miteinander kommunizieren (also Daten austauschen), revolutionieren würde. Seitdem passt Apple seine Produkte an die Fähigkeiten des Internets an.

Als die Handynetze schnell genug waren um ein ansehnliches Internet unterwegs zu ermöglichen, kam das iPhone.

Jetzt machen die Geschwindigkeiten des stationären Internets sämtliche Datenträger obsolet. Was 2008 bei der Vorstellung des ersten MacBook Airs belächelt wurde, zeichnet sich immer deutlicher ab. BluRay ist nur eine Blaupause – die Zukunft kommt kabellos übers Internet auf den Rechner oder Fernseher. Keiner wird mehr eine CD brennen sondern große Datenmengen in der Cloud ablegen.

Apple selbst geht sogar davon aus, dass 128 GB vorerst als Speicherplatz wieder reichen werden.

Was heißt das? Für die Unterhaltungsbranche wird Apple unumgänglich. Es ist nicht mehr möglich einem Apple-Kunden einen Film oder ein Album auf DVD bzw. CD zu verkaufen. iTunes wird massiv wachsen (müssen). Apple muss allerdings auch selbst dafür sorgen, dass das Angebot der Nachfrage entspricht. Im deutschen iTunes Store gibt es zum Beispiel nicht den ersten Teil von “Wall Street” mit Michael Douglas.

Apple deutet außerdem an, dass der Datentransfer zukünftig kabellos geschehen wird. Das kann nur zu einem iTunes in der Cloud führen. Flatrates all over the place – Mietmodelle – neue Lizenzformen. Eine Lizenzform entwickelt Apple gerade selbst: One for all devices. Pages funktioniert dann durch einmaliges kaufen auf allen Macs im Haus, sowie dem iPad.

Es wird spannend. Durch die Macht gestaltet Apple diese Entwicklung massiv mit, sie steuern wie wir in Zukunft Filme und Musik konsumieren werden. Bisher musste Steve Jobs die Welt von seinen Visionen überzeugen, zukünftig wird ihm schneller gefolgt – weil es für Apple-Nutzer schon kaum noch Alternativen gibt.

Diese Entwicklungen sind alle absehbar gewesen. Apple bezeichnete lange seinen Apple TV als “Hobby” – Jobs wartete nur auf den richtigen Moment, dieser war in diesem Jahr gekommen – und es ist noch nicht das Ende, wie ich schon bezüglich Apple TV vor einigen Monaten geschrieben habe. Auch das MacBook Air war bisher ein “Hobby” dessen Moment 2010/2011 nun gekommen sein wird.

Seit 2001 waren es die Jahre des iPods. Seit 2007 waren es die Jahre des iPhones. 2011 wird das Jahr des Macs.

Von der Gefahr den Gates zu machen – zu den Medientagen 2010

Bill Gates ist ein unglaublich reicher Mann. Er hat mit dem Betriebssystem Windows und seiner Firma Microsoft die Welt in den 90ern massiv revolutioniert.

Nur dann hat er, aus für mich absolut unerklärlichen Gründen, das Internet für nicht zukunftsfähig erklärt. Vielleicht hat ihn irritiert, dass Steve Jobs iMacs herstellen ließ. Das “i” stand einmal für “Internet” und bisher hatte noch nichts so richtig funktioniert, was Steve Jobs gestartet hat. Zumindest nicht kommerziell im Vergleich zu den Erfolgen von Microsoft.

Folge: der Internet Explorer brauchte Jahre, um doch noch Marktführer zu werden, nur um jetzt wieder an Bedeutung zu verlieren (gerade im privaten Bereich), Angebote wie MSN, Windows LIVE und BING mussten und müssen sich ihren Platz erkämpfen. Es hat lange gedauert, bis eine klare Strategie im Onlineangebot von Microsoft erkennbar war. Jetzt versucht der Laden auch auf dem Smartphonemarkt zu retten, was noch zu retten ist. Ein paar Marktanteile zwischen iOS, Android und Blackberry soll sich Windows Phone 7 sichern.

Bisher konnte Microsoft mit viel Geld seine Produkte zumindest mit viel Macht in den Markt drücken – auch nachträglich. Beim Internet Explorer hat das geklappt und auch BING ist der erfolgreichste webbezogene Launch seit langer Zeit.

Eine gewisse Arroganz sorgte dafür, dass Microsoft nach der Jahrtausendwende davon ausging, dass alles was mit und auf einem PC passiert, aus Redmond (dem Sitz der Zentrale in den USA) gesteuert werden kann. Und solange sollte auch die Marktführerschaft auf allen Bereichen, die irgendwas mit einem Computer im Privatbereich zu tun haben, bestehen bleiben.

Hart musste Microsoft spüren, dass am Ende nicht die Logik des Marktes oder bestehende Macht über die Zukunft entscheidet, sondern der Nutzer.

Daraus kann jeder wirklich viel lernen. Wir können da auch einen kurzen Blick zu Steve Jobs wagen. Er geht gänzlich und einzig vom Nutzer aus. Viele sagen er führe den Laden wie ein Diktator und setzt seinen Willen durch. Ich glaube das nicht. Apple überlegt sich ganz genau: Wollen das die Leute? Und wenn ja, funktioniert es auch so, dass es jeder versteht?

Wer den aktuellen “Bill Gates”‘ der Medienbranche in München zuhört, möchte meinen, dass sie auch gerne mit aller Macht die bestehenden Konstruktionen so belassen wollen, wie sie sind. Sie haben Angst vor dem Internet auf dem Fernseher – gleichzeitig haben sie kein Problem mit dem Fernsehen auf internetfähigen Laptops. Sie befürchten die Vermischung von Rundfunk und Wildfunk, sie sehen immer noch einen Unterschied zwischen einem großen 27″ Monitor mit einem Kabel zur Internetdose und einem Fernseher, der an einem anderem Stecker hängt.

Und es ist besonders irritierend, dass in der “Elefantenrunde” zum Auftakt der Medientage noch einmal innerhalb der kurzen Qualitätsdebatte (schlimmes, schlimmes RTL) darauf hingewiesen wird, dass das was mit dem Internet auf den Fernseher kommt, noch alles viel schlimmer und widerwärtiger wäre als alles was wir bisher sehen. Als gäbe es das Internet bisher nur in dunklen Hinterräumen von irgendwelchen Kneipen und dort sei immer noch nicht geregelt, was gezeigt werden darf und was nicht.

Da fragt man sich schon, wie realitätsfern diese Menschen sind und ob sie mitbekommen was gerade passiert. Viel schlimmer noch: Verfallen sie auch dem Glauben, dass sie als reine Contentlieferanten die technischen Verbreitungswege steuern könnten? Das war noch nie so und wird auch in Zukunft nicht sein. Wie sich Medienfirmen darauf einstellen mussten, dass es nach dem Buchdruck irgendwann Radio und später irgendwann das Fernsehen gab, kann jetzt nicht gefordert werden: Entwicklung stopp, uns geht das alles ein wenig zu sehr kreuz und quer.

Was gerade passiert ist längst keine Revolution mehr. Es ist pure Evolution. Es gibt keinen Knall, wie bei der Internetblase, es gibt auch keine Pressemitteilung vom “Internet” in der steht, dass jetzt alles anders läuft und es werden erst recht keine roten Knöpfe gedrückt. Es kommen einfach noch mal neuere Fernseher von Sony und Co., es kommen noch leistungsstärkere Handys und Tablets von Apple und Co. und Google wird auch nicht aufhören das Internet zu sortieren und auszulesen nur weil es sich ein paar Medienschaffende anders überlegen. Wer immer noch glaubt, lineares Fernsehen wird in zehn Jahren noch existieren, hat die letzten zehn Jahre gnadenlos ignoriert.

Man kann nur hoffen, dass das alles eher Spaß ist, was viele vorgeben zu glauben und sie sich einfach nicht in die Karten schauen möchten. Ansonsten wird das für alle ein großer Knall in den kommenden Jahren.

Interview 2.0

Spätestens jetzt sollte sich jede Pressestelle, jeder selbsternannte oder auch ausgewiesene Experte Gedanken machen. Die Tagesschau – das Nachrichten-Flagschiff der ARD – schaltet um 20.00 Uhr einen Korrespondenten via live Skype.

So geschenen am Montag, 4. Oktober 2010 mit Markus Gürne aus Neu-Dehli.

Das ist kostengünstig, qualitativ absolut in Ordnung für eine erste Einschätzung zur Lage, unkompliziert und in vielen Gegenden stabil machbar.

Das Infoprogramm EinsExtra nutzt diese Möglichkeit regelmäßig um Korrespondenten kostengünstig ins Programm zu scahlten.

Dann aber ruft man bei der ein oder anderen Pressestelle an, und bekommt weder ein Bild noch eine Tonqualität, die über das normale Telefon hinausgeht. Das ist schade und verschenkt.

Jeder Hörfunk-, Radio- und Internetjournalist ist dankbar für eine qualitativ einwandfreie, kostengünstige Leitung zu jeglichen Experten in der ganzen Welt. Oftmals wird dann auf den zurückgegriffen, der in der Nähe ist und sich in ein Regionalstudio setzen kann.

Dabei ist die Anschaffung der Technik und Software günstig und eine einmalige Investition.

Wer einen Mac besitzt, hat schon eine qualitativ gute Webcam. Skype ist kostenlos, die Installation schnell und unkompliziert.

Selbst qualitativ hochwertige HD-Webcams sind mittlerweile günstig (ab 40 Euro), Mikrofone sind oft eingebaut. Falls nicht: Ansteckmikros kosten nicht die Welt.

Mittlerweile sollte jede Pressestelle mit dieser Technik ausgestattet sein. Selbst ein kleines TV-Studio für Live-Schalten in hoher Qualität einzurichten, ist kein Problem und kostet weit unter 2.000 Euro samt Kamera, Streaminglaptop und einer weißen Wand mit Logo im Hintergrund.

In meiner Zeit bei ARD-Aktuell war es immer wieder frustrierend, wenn die gewünschten Gesprächspartner nicht schaltbar waren. Teilweise war es zeitlich nicht möglich in ein nahgelegenes Regionalstudio zu kommen, ein ander Mal war ein Kabel für die Webcam nicht vorhanden. Oftmals musste auf Gesprächspartner zurückgegriffen werden, die nicht immer allererste Wahl waren (wobei sie qualitativ natürlich weiterhin den Ansprüchen voll genügten).

Wir konnten einfacher nach Afrika schalten, da ein Student dort mit Skype ausgestattet war als zu einem Professor in Norddeutschland.

Das als Anregung.