Google ist nicht das Problem. Dazu gleich mehr.
Die Geschichte in Kurzform:
Google hat über drei Jahre – laut eigenen Aussagen aus Versehen – Fragmente von Datensätzen aus offenen WLAN-Netzen gesammelt. Das ist im Zuge des Projekts Street View passiert.
Laut Google wurden Teile eines Programms verwendet, das ein Google-Mitarbeiter im Jahre 2006 programmiert hat.
Die Daten wurden laut Google nie verwendet, gelangten nicht an die Öffentlichkeit, sind scheinbar auch nicht verwertbar und sollen gelöscht werden. Es handelt sich um 600 Gigabyte. Betroffen waren nur Datenfragmente aus offenen WLAN-Netzen.
Die Politik reagierte – freundlich ausgedrückt – ungehalten.
(Und inkompetent, wie so oft.)
Es ist tatsächlich schwerwiegend und grenzwertig, dass Google erst nach drei Jahren dieser gravierende Fehler im Code auffiel. Und das auch erst nach mehrmaligen Nachfragen.
Das lässt sich wirklich schwer nachvollziehen. Der Umgang und das Coming Out dieses massiven Fehlers, der auch einen beträchtlichen Imageschaden nach sich zieht und in der aktuellen Street-View-Diskussion mehr als unpässlich ist, ist jedoch einigermaßen gelungen.
Zurück zu meinem ersten Satz: Google ist nicht das Problem.
Wenn ein Unternehmen wie Google scheinbar problemlos Fragmente von personenbezogenen Daten aus offenen WLAN-Netzen sammeln kann, kann das jeder.
Von Google erfahren wir durch das große Scheinwerferlicht. Aber was ist mit kleineren Firmen, die seit Jahren WLAN-Netze abscannen und eine Landkarte zur schnellen Ortung von Handys erstellen?
Was kann jeder von uns tun? Das WLAN-Netz so dicht wie möglich machen.
Googlet nach eurem Router in Verbindung mit den Stichworten: unsichtbar machen und WPA2-Schlüssel. Außerdem solltet ihr den Schlüssel selbst wählen.
Mit diesen Einstellungen ist euer WLAN-Netz unsichtbar und nach heutigem Standard sehr sicher.
(In den kommenden Tagen werde ich einen kleinen Artikel zu der Argumentationslinie “Warum ich Google mehr vertraue als Facebook” schreiben)